Die Rente ist sicher ...
Bis Mitte des 21. Jahrhunderts wird die deutsche Bevölkerung von 82 Millionen auf 68 Millionen schrumpfen. Die Zahl der über 60-Jährigen erhöht sich dabei um gut zehn Millionen, während die Gruppe der 20- bis 60-Jährigen um 16 Millionen zurückgeht.
Zukünftig dürfen Facharbeiter nach 45 Beitragsjahren nur noch mit 43 Prozent des letzten Bruttoeinkommens aus der gesetzlichen Rente rechnen, Teilzeitkräfte und Langzeitarbeitslose mit 40 Prozent, Akademiker sogar nur mit 35 Prozent. Wegen der längeren Ausbildungszeit werden hier lediglich 35 Beitragsjahre angesetzt.
Selbst wer zusätzlich 20 Jahre brav seine Riesterbeiträge abführt, kommt lediglich auf Niveaus von 50 bis 60 Prozent.
Experten gehen jedoch davon aus, dass 70 Prozent des letzten Einkommens im Alter zur Verfügung stehen sollte, um den Lebensstandard zu halten.
Die Riester-Rente soll lediglich die durch die Rentenreformen entstehende Versorgungslücke schließen. Nur für die rentennahen Jahrgänge bis 1950 bleibe eine kleine Lücke, weil ihnen nicht mehr genug Zeit zum Riestersparen bleibt. Heute erhält der Standardrentner 47 Prozent des letzten Brutto-einkommens. Bis 2030 werden es weniger als 41 Prozent sein. Wer ab 2040 in den Ruhestand geht, muss außerdem seine gesetzliche Rente zu 100 Prozent versteuern. Das minimiert die Alterseinkünfte zusätzlich.
Wie hoch soll die Altersvorsorge sein?
Die Versorgungslücke entspricht dem persönlichen Finanzbedarf minus dem voraussichtlichen Einkommen im Alter.
Als späteren Finanzbedarfs kann man überschlägig 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens zugrunde legen.
Wer genauer kalkulieren will, überlegt, welche Ausgaben er als Ruheständler hat. Ausgehend von den laufenden Kosten wie Miete inkl. Nebenkosten, Haushaltsgeld und Versicherungsbeiträgen etc. kommen Ausgaben für Reisen oder Hobbys, für die man im Berufsleben keine Zeit hatte, hinzu. Auch die Anschaffung eines neuen Autos, neuer Einrichtungsgegenstände oder fällige Renovierungen an Haus oder Wohnung sollten in realistischer Höhe eingeplant werden.
Zu den Einkünften im Ruhestand gehören die gesetzliche Rente, betriebliche Versorgungsansprüche, Erträge aus Kapitalvermögen oder Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung.
Wer heute beispielsweise 2.200 Euro netto verdient, hat nach der 90-Prozent-Regel einen Versorgungsbedarf von 1.980 Euro monatlich. Kommt er samt gesetzlicher Rente, betrieblicher Versorgung und Zinseinkünften auf ein voraussichtliches Alterseinkommen von 1.730 Euro im Monat, sollte er eine Vorsorgelücke von 250 Euro schließen.
Unter Berücksichtigung der Inflation (Kaufkraftverlust) erhöht die Versorgungslücke.
Auswirkung der Inflation auf die Altersvorsorge
Der individuelle Bedarf läßt sich im hier und jetzt ermitteln. Da man aber nicht absehen kann wie sich die eigenen Verbrauchsgewohnheiten ändern, muss diese Überlegung ständig aktualisiert werden. Wenn man für heute einen Euro-Betrag ermittelt hat, den man zum Lebensunterhalt braucht, kann man zumindest den Kaufkraftverlust durch die allgemeine Preisentwicklung berücksichtigen. Wenn Sie die "offizielle Inflationsrate" mit Ihren individuellen Verbrauchs-Gewohnheiten vergleichen wollen, können Sie dies mit dem "persönlichen Inflationsrechner" von DESTATIS tun.
